Zwei zum Preis von einem

Entschuldigt, wenn ich heute nicht ganz bei der Sache bin. Ich mache naemlich gerade vier Dinge auf einmal. Die rechte Hand schreibt, die linke pickt winzigkleine, hartnaeckig klebende Bonbonpartikel von den Sohlen meiner Struempfe. Das rechte Auge guckt auf den Bildschirm, das linke beobachtet den dicken Kater, der versucht, sich betont unauffaellig der Blumenvase mit den lustigen Baumelkeksen zu naehern. Watt fuern Stress am Sonntagabend.

Die lustigen Baumelkekse heissen eigentlich „bunte Glasfenster“ und stammen aus der Sommer-Ausgabe des „Baking Heaven“- Magazins. Beim Durchstoebern der Zeitschrift fielen mir die mit geschmolzenen Bonbons gefuellten Kekse sofort in’s Auge und animierten zum Nachbacken. Allerdings siegte die sonntaegliche Faulheit ein weiteres Mal und ich nahm lieber eine eingefrorene Kugel Keksteig aus dem Tiefkuehler, anstatt mich an das Rezept aus der Zeitschrift zu halten und den Handmixer zu schwingen. Die Zutatenliste ist deshalb denkbar kurz und knackig:

  • Bunte Glasfenster:
  • 1 Portion heller Keksteig
  • 200g harte Bonbons
  • bunte Baender zum Aufhaengen

Bonbons auf ein Backblech legen, im Backofen ca 10 Minuten bei 150° schmelzen und anschliessend auf dem Backblech zu einer flachen, harten Platte erstarren lassen. Backpapier auf die kalte Masse legen und mit einem Fleischklopfer oder Nudelholz vorsichtig in kleine Splitter schlagen.
Den Backofen auf 175° vorheizen. Den Keksteig auf einer bemehlten Arbeitsflaeche 5mm dick ausrollen. Mit verschieden grossen Foermchen Plaetzchen ausstechen und auf ein Backblech legen. Die entstandenen Hohlraeume mit den Bonbonsplittern fuellen. Mit einer kleinen Lochtuelle oder einem Holzstaebchen  am Keksrand ein Loch fuer das Band ausstechen. Die Plaetzchen nun 12-15 Minuten backen und auf dem Backblech komplett auskuehlen lassen. Erst dann Baender durch die Loecher ziehen.

Tipp: Wer groessere Hohlraeume fuellen moechte, der braucht die Bonbons nicht erhitzen und zersplittern, sondern legt einfach ein ausgewickeltes Bonbon in den Aussparung. Die fertigen Kekse sind recht klebrig und sollten deshalb, mit Backpapier voneinander getrennt, kuehl gelagert werden.

Noch ein Hinweis zu den Bonbons: wie ich feststellen musste, werden die Glasfenster mit den englischen Drops von Heller & Strauss (Kaufland) und bunten Fruechten (Edeka) leider nicht sehr farbintensiv. Eventuell lohnt es sich, auf ein Markenprodukt (z.B. Campino von Storck) zurueckzugreifen.

Weil es etwas komisch aussieht, wenn man an der sonntaeglichen Kaffeetafel Plaetzchen von bemoosten Baumzweigen nascht, musste noch etwas „Richtiges“ her. Fast ohne mein Zutun wuchs zusammen, was zusammengehoert – naemlich eine Packung Schoko-Karamel Kuller von Halloren aus Ostdeutschland mit dem verbliebenen, norddeutschen Keksteig der Glasfenster-Schlacht.
Wie bei den Mini-Pies habe ich aus dem Teig Kreise ausgestochen, damit die Vertiefungen einer Mini-Muffinform ausgelegt und eine Halloren-Kugel in den Mulden verschwinden lassen. Die Kekse wurden 15-20 Minuten bei 175° gebacken und nach dem Abkuehlen mit weisser Schokolade verziert. Wie man an dem angeschnittenen „Halloren Pie“ erkennen kann, haetten die Dingerchen gerne noch ein paar Minuten laenger im Backofen bleiben duerfen. Mein Bauch war allerdings anderer Meinung, und so kamen die Kekse schon nach 12 Minuten Backzeit auf den Tisch. Dem Geschmack tat dies gluecklicherweise keinen Abbruch.

Und jetzt muss ich mich sputen, denn ich sehe gerade, dass dem dicken Kater ein buntes Glasfenster am Hinterteil klebt. Mal schauen, was er dazu sagt, wenn ich mit einer Schere anruecke. Falls ich mich gleich nicht mehr melden sollte, bin ich auf dem Weg ins Krankenhaus, um diverse Kratzwunden verarzten zu lassen.

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13 thoughts on “Zwei zum Preis von einem

  1. Wie klasse ist denn die Idee? Toll. Also nicht für mich, weil die Kekse auch hier dem Spieltrieb meiner zwei Katzer zum Opfer fielen, aber vielleicht ist das was zum Verschenken!
    Und die Hallorenminikuchen sind toll! Die kriegt der Mann am Wochenende! 🙂

  2. Liebe Persis, ich bin ganz begeistert.. die sehen einfach zauberhaft aus! Danke, dass du uns daran teilhaben lässt! Liebe Grüße, WaWü

  3. Gestern war offenbar der richtige Tag, um aus einem Teig zwei verschiedene Sachen zu machen. So hab ich das nämlich auch gemacht. 😉 Die Kekse sehen wunderschön aus!

  4. Ich weiß, warum ich jeden Tag hierher komme und deine Beiträge lese!
    Weil das meine Laune hebt! Weil ich immer lachen muss!
    Weil es mir soooo gut tut, deine Geschichten zu lesen!
    Weil du es wirklich immer schaffst, mir ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern!
    Und weil ich Kekse einfach wundervoll finde und am Liebsten ALLES gleich nachmachen möchte, was du uns vormachst!
    Mhhhhhhm….. siehr das gut aus!
    Zauberhafte Grüße….
    Katja
    P.S. was machen die zerkratzten Arme?
    P.P.S. was macht er blank geschnippelte Katerpopo? 😀

    • Die fertigen Kekse habe ich alle verschenkt. Meist nasche ich schon beim Backen so viel (irgendein Keks geht ja immer kaputt), dass ich hinterher nicht mehr mag 😀

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